03.23
Kaum meldet sich der aufkeimende Frühling mit den ersten warmen Tagen, juckt es wieder in der Nase. Da liegt etwas in der Luft und es ist nicht Liebe…
Photographie, Kunst und Kurioses
Kaum meldet sich der aufkeimende Frühling mit den ersten warmen Tagen, juckt es wieder in der Nase. Da liegt etwas in der Luft und es ist nicht Liebe…
Selbst nach fast zwei Jahren, die ich jetzt in München wohne, gibt es immer noch sooo viel zu entdecken in der bayerischen Landeshauptstadt. Hier ein paar Bilder vom Wochenende:

Start am Odeonsplatz, mit der opulenten Theatrinerkirche, die innen in reinlichem Weiß erstrahlt...

...vorbei an der Residenz...

...durch den Englischen Garten richtung Isar, vorbei am Bayrischen Nationalmuseum...

...an der Isar entlang, durch Tunnel hindurch...

...begegnen einem auch mal lachende Gesichter...

...Kaffeetrinken im Glockenbachviertel, danach vorbei an der jüdischen Synagoge, zurück in die Innenstadt.
Auf dem Heimweg von Düsseldorf nach München hat das Bahnfahren einen persönlichen Tiefpunkt erreicht. Baustellen, erhöhtes Fahrgastaufkommen und entgleiste Güterzüge. 112 Minuten Verspätung im ICE 729. Selbst für die deutsche Bahn, mit ihren obligatorischen 5-Minuten-Verspätungen ist das wahrlich eine Meisterleistung im negativen Sinne.
Am nächsten Morgen (nach viel zu kurzer Nacht), dann noch ein Nachschlag bei der MVG: “Sehr geehrte Fahrgäste, wegen eines Fahrzeugschadens verzögert sich der Fahrplanablauf um 10 bis 15 Minuten.” – Wenn der Schnee weg ist, besorg ich mir einen Drahtesel.

Tor zum Östen
Mein Wochenende in Berlin:
Kurzes Sightseeing, leckere Tapas essen, danach in einen Berliner Club, der teilweise eher an eine DDR-Altbauwohnung erinnerte. Neben Retro-Tapete mit Blümchenmuster und alten bedeutungslosen Ölgemälden fühlt man sich in die DDR der Siebzigerjahre zurückversetzt, und wären da nicht die tanzenden Leute, die laute Musik und ein schöner großer Kuppelsaal angegliedert, würde man um die nächste Ecke direkt Stasi-Spitzel vermuten.
Sonntags noch mehr Sightseeing und eine lange fahrt zurück nach München.

Sonnenuntergang an der Spree

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Berliner Dom
Hong Kong scheint nachts heller zu sein als am Tage. Neontafeln brennen ihr grelles, blinkendes Licht in die Straßen und die illuminierten Betontürme reflektieren ihre Beleuchtung in den Nachthimmel. Es gibt kaum eine dunkle Straße, und wenn, dann meist nur kleine finstere Gassen, die wie winzige Schatten in der hellen Stadtlandschaft liegen. Alles ist erleuchtet. Die Metropole erstrahlt wie ein künstliches Märchen, ein verwunschenes Traumland – doch es ist nur ein Schleier der für einen Moment von der Realität abzulenken vermag…
Blick vom Hoteldach
Skyline mit abendlicher Lichtshow
Höchstes Gebäude auf Hong Kong Island: Two International Finance Centre
Schönster Wolkenkratzer der Stadt: Bank of China
Ich habe alles gesehen. Zumindest alles was hier in Hong Kong feil geboten wird, ob auf einfachen Märkten oder in stylischen Designerboutiquen. Für alles gibt es einen Markt – im wörtlichen Sinne. Es gibt einen Fischmarkt, einen Vogelmarkt, einen Blumenmarkt, usw.
Heute ging es vorbei an Stempelschnitzern, die ihr beeindruckendes Handwerk zur Schau stellen, und an Künstler oder Touristen verkaufen. Nebenbei machen sie auch Visitenkarten.
Verkaufsstand eines Stempelschnitzers
In der nächsten Straße gab es ein Überangebot an Vogelnestern, getrockneten Seegurken, anderen Wiederlichkeiten und kulinarischen Abnormitäten.
Einer der vielen Läden die Vogelnester verkaufen
Hier werden leckere Seegurken verkauft
Lieber bei “Das Gute” Mittagessen mitnehmen, bevor der Appetit vergeht: Knoblauchbrot mit Algen, Eiertost und zum Nachtisch gedämpftes Brot mit Peanutbutter und Schokolade.
Die Bank of China lässt Besucher in den 43. Stock zum Hinausgucken. Ist aber wenig spektakulär und die Fenster könnten auch mal wieder geputzt werden.
Nachmittags ging es wieder nach Sha Tin ins Hong Kong Heritage Museum. Beeindruckende asiatische Kunst der vergangenen Jahrhunderte und des Buddhismus. Auch eine Sonderausstellung zeigenössischer Grafikkünstler war vertreten.
Sha Tin
Traditionelle chinesische Kunst
Grafikkunst
Zum Tagesabschluss auf den Nachtmarkt in Kowloon. Ein Gewirr aus Schnäppchenjägern und Produktpiraten. Feilschen um Souveniers.
Da ich mir gestern noch den Fuß verstaucht habe und die Schmerzen auch heute noch anhielten sind wir kurz ins Krankenhaus, um sicher zu gehen, dass es nichts ernstes ist. Mal ein etwas anderes touristisches Erlebnis:
Nach dem Durchschreiten des Eingangs wird man gebeten seine Hände zu desinfizieren und kann sich auch optional einen Mundschutz umschnallen. Gemacht. Könnte man jetzt Chinesisch würde man vielleicht das organisatorische Talent der Hongkongnesen verstehen, aber ohne verhergehende Krankenhauserfahrungen in Hong Kong, ist dies unmöglich. Nachdem ich dann aber schließlich erfolgreich 300$ bezahlt hatte, wurde ich zu Schwestern geschickt, zwecks Puls- und Blutdruckmessung. “MY FOOT HURTS!”, protestierte ich – schien aber niemanden zu interessieren. Dann wurde ich im Minutentakt herumgeschickt von Warteplatz zu Warteplatz.
Schließlich warf ein kleiner Arzt mit gelb-rundem Gesicht einen kurzen Blick auf meinen Fuß und ein paar Minuten small-talk später war ich auch schon wieder im Wartebereich. Bis ich endlich, der totalen Verwirrung nahe, eine Packung Schmerztabletten und 13$ Wechselgeld überreicht bekam.
“Twice per day”, empfahl mir der indische Überreicher der Medikamente und fuhr fort: “with foot”. “Yes…for my foot”, entgegnete ich leicht irritiert. “NO, with foot”, wiederholte er. Er sah mir die Verzweiflung an und schrieb auf die Packung: “with food”.
Den Tag hab ich mich dann hinkend, wie Dr. House, durch die Stadt geschleppt und auf gemütlichen Bootstouren meinem Fuß eine Pause gegönnt. Interessant war die Insel Peng Chau, die völlig ohne Autos existieren kann. Kein wunder, dass man hier fast nur Renter sieht…
Knuffig, oder? Möchte man am liebsten gleich adoptieren - passen sicher ins Handgepäck!
Peng Chen - Fahrräder sind hier das einzige Fortbewegungsmittel mit Rädern
Kleine Sammlung von Dingen der letzten Tage, inkl. der Medikamente und Arztrechnung
Traditionelles Frühstück bei Ikea
Auf dem Weg der Erleuchtung...
...zum Tempel der 10000 Buddhas.
Ein paar Räucherstäbchen angezündet für die Geister der Ahnen
Weiter nach Yau Tong, vorbei an heruntergekommenem Hafen...
...und bunten Wohntürmen.
Angekommen in Lei Yue Mun, einem alten Fischerdorf. Es besteht nur aus einer einzigen langen Gasse.
Hinter dem Dorf und einem weiteren Tempel versteckt sich ein toller Blick auf das Meer, trotz schlechtem Wetter.
Lang, dick und riecht nach Fisch - Fundstück des Tages
Da wo ich herkomme und auch da wo ich zurzeit lebe hat das Brathähnchen eine lange Tradition und wird von der Arbeiterklasse wie auch von Gutverdienern gleichermaßen verehrt. Die Asiaten hingegen lieben es ihr Hühnchen zu dämpfen bis es die Gelbsucht bekommt. Trotz der ungewöhnlichen Leberschadenfarbe schmeckt es erstaunlicherweise doch sehr aromatisch und lecker, was aber nicht die Tatsache ändert, dass sich Brathähnchen zu Gelbhuhn verhält wie Germany’s Next Top Model zu Angela Merkel.
Gelbhuhn von der Stange
Fundstück des Sonntags bleibt aber immer noch die Hello-Kitty-Suppe mit kleinen süßen Katzenköpfen, deren Konsitenz und nicht vorhandener Geschmack keine Rückschlüsse auf den Rohstoff, aus dem sie gemacht sind, zulassen.
Hello-Kitty-Süppchen
Die Knochen sind müde, die Kräfte ausgezehrt – nicht verwunderlich nach zehn Stunden fotografischer und kulinarischer Entdeckungstour in Hong Kong. Dafür gabs viel zu sehen, zu staunen und abzubilden.
Zu den Höhepunkten der heutigen Tour zählen der TaiYuen Straßenmarkt und der Central District mit den beeindruckenden Wolkenkratzern, die die markante Skyline von Hong Kong Island formen.
Wolkenkratzer und Skyline
Der Markt zeigte sich hektisch, bunt und chaotisch – also Hong-Kong-typisch – und würde wohl gegen jede deutsche Gesundheits- und Hygienevorschrift verstoßen. Hier wird auch beim Ausnhemen und Verkaufen von Fisch und Fleisch geraucht, als wäre es selbstverständlich.
Krebse tummeln sich mit zusammengebundenen Scheren in kleinen Boxen, Fische schwimmen in einem Wasserbehälter und wieder anderes Meeresgetier macht scheinbar TaiChi im Aquarium. Ein dumpfes Hämmern, Blut spritzt, ein Kopf trennt sich vom Körper, der Fisch ist tot. Viel Blut, Eingeweide und rohes Fleisch sind hier völlig normal, und geschlachtet und ausgenommen wird natürlich direkt vor dem Kunden. Mit Abstand der lebendigste und zugleich toteste Markt den ich je gesehen habe.

TaiYuen Markt
Kulinarisch gab es auch interessantes oder besser gesagt seltsames zu entdecken, jedoch sehr zu empfehlen:
gegrilltes Fischwürstchen am Spieß
Grüner-Tee-Teigtasche gefüllt mit Sahne und Rote-Bohnen-Paste (aus einem Laden namens “Das Gute” – hier gabs auch Brezeln und Käsestangen, aber man reist ja nicht nach Asien um altbekanntes zu essen)
Kulinarisches
In den Straßen von Hong Kong